Geringfügige Steigerung des Weissstorchbestandes im Kreis Gießen, aber schlechter Bruterfolg – PM vom 20.07.2022

Der NABU-Kreisverband Gießen berichtet über einen gegenüber dem Vorjahr wiederum leicht gestiegenen Brutbestand des Weissstorches im Kreis Gießen von 38 auf 41 Brutpaare. Damit ist der Weissstorch eine der wenigen Vogelarten, die in den letzten Jahren einen positiven Trend zeigen. Es wurden auch einige neue Orte erfolgreich besiedelt wie Garbenteich, auf dem Gelände einer Schlosserei am westlichen Ortsrand von Hungen und Rodheim-Bieber. Andere Horste, die im Vorjahr besetzt waren, wurden dieses Jahr nicht mehr genutzt. Hierzu gehören z.B. Horste an der Ober-Bessinger Pforte und auf dem Feuerwehrhaus in Wetterfeld. Beide Nester waren 2021 mit Drohnen beflogen worden, was zur Brutaufgabe geführt hatte. Da die Steigerungen in den letzten Jahren nur noch geringer ausfallen, dürfte bald das Plateau des Maximalbestandes erreicht sein. Allerdings lag der Bruterfolg in diesem Jahr bei durchschnittlich nur 1,34 Jungen und damit um etwa 1 Junges niedriger als in den Vorjahren. Nur ein Brutpaar zog 4 Junge hoch, immerhin in 8 Fällen gab es 3 Junge, aber auch 15 Brutpaare hatten keinen Bruterfolg. Als Gründe sind insbesondere mehrere Unwetter im Frühjahr zu nennen, wo der Nachwuchs noch sehr klein und daher für Auskühlung und Durchnässung besonders anfällig ist, aber auch eine nicht so gute Nahrungssituation durch einen geringen Mäusebestand und den Rückgang der Reptilien- und Amphibienvorkommen. Dadurch kam es bei einigen Bruten zu einer Reduktion der Jungen. Zum Teil wurden diese auch aktiv von den Eltern aus dem Nest entfernt, weil diese offensichtlich sahen, dass sie nicht alle Jungen versorgen konnten, zum Teil kam es aber auch zu kompletten Brutaufgaben. Hiervon war insbesondere der nördliche Horloffgraben betroffen, wo es zu mehreren Starkregenereignissen kam. weiterlesen

Rückgang der Erdkrötenpopulation im Kreis Gießen – PM vom Mai 2022

Dass der Insektenschwund kein weit entferntes Phänomen ist, sondern krasse Auswirkungen auch in unserem Kreisgebiet hat, stellt jetzt der NABU-Kreisverband Gießen fest. So zeigte sich bei der Betreuung von Amphibienschutzzäunen durch örtliche Gruppen ein unglaublich starker Rückgang der festgestellten Amphibien. Ein Zaun bei den Annawiesen bei Steinbach, bei dem in den Vorjahren bis zu 500 Erdkröten gerettet wurden, beinhaltete in diesem Frühjahr noch 80 Individuen. Bei Gießen konnten Amphibienschützer der AG Biotopschutz „Die Schlammspringer“ statt vorherigen um die 800 Tieren nur noch 150 feststellen. In beiden Bereichen ist der festgestellte Bestand demnach auf 1/6 geschmolzen. weiterlesen

Arbeitseinsätze – PM vom 25.04.2022

Der NABU-Kreisverband Gießen informiert über einige durchgeführte Arbeitseinsätze im vergangenen Winter und bedankt sich insbesondere bei einer Gruppe von Geocachern aus Mittelhessen, die seit nunmehr einigen Jahren den NABU bei seinen Arbeiten tatkräftig unterstützen. Die Arbeiten beinhalten oftmals das Befreien von zugewachsenen Stellen, was nur in den Wintermonaten vom 1.10. bis 28.2. möglich ist. Streuobstwiesen können jedoch ganzjährig gepflegt werden, wobei dieses während der Brutzeit, die ja auch Wuchszeit mit Früchteproduktion ist nur im Rahmen des sogenannten Sommerschnitt sinnvoll ist. weiterlesen

Dramatische Abnahme der Singvogelbestände im Kreis Gießen – PM vom 25.04.2022

Der NABU-Kreisverband Gießen alarmiert bezüglich der Situation der heimischen Vogelbestände. Die Singvögel im Kreis Gießen nehmen massiv ab. Der Abflug der Vogelwelt geschieht nicht linear, sondern es gibt immer wieder kleine Gegentrends. Einige wenige seltenere Arten zeigen derzeit einen positiven Trend, so z.B. Weißstorch und Grauammer. Der Gesamttrend ist jedoch sehr negativ. Ältere Mitbürger können sich vielleicht noch an Frühjahre erinnern, wo es allerorts einen reichhaltigen Gesang vieler Vogelarten gab. Dieser ist heute nur noch sehr eingeschränkt zu hören. weiterlesen

Stellungnahme des Naturschutzbeirates des Landkreises Gießen zum Regionalen Raumordnungsplan Mittelhessen (ROP)

Zu o.g. Planwerk nehmen wir wie folgt Stellung:
Im Regionalplan Mittelhessen ist weiterhin ein nur unwesentlich gebremster Verbrauch für "Vorrangflächen für Industrie− und Gewerbe" vorgesehen. Das ist keine zukunftweisende Planung in Anbetracht von Artenschwund, Klimakatastrophe, Überschwemmungen und Wasserversorgungsproblemen. Diese Probleme werden zwar in der Einleitung des Planes selbst beschrieben, dann aber darauf in keiner Weise ausreichend Rücksicht genommen. Das Maß, bis 2030 maximal 2,5 ha pro Tag in Hessen versiegeln zu dürfen ist viel zu hoch angesetzt. Es widerspricht auch der vom deutschen Verfassungsgericht festgesetzten Verpflichtung einer Generationengerechtigkeit. Keinesfalls dürfen die schwerwiegenden Folgen der aktuellen egoistischen, profitorientierten Entscheidungen auf kommende Generationen abgewälzt werden. Das dringend nötige, radikale Umdenken muss schon jetzt geschehen.weiterlesen

Eine Planung aus dem letzten Jahrhundert

Die ersten Details des neuen Entwurfs des Regionalplans Mittelhessen liegen vor. Der NABU-Kreisverband Gießen stellt hierzu fest, dass es sich um eine nicht zukunftsfähige Planung aus dem vorigen Jahrhundert handelt, als ob es keine Klimakatastrophe, keine Überschwemmungen wie zuletzt im Ahrtal, keinen Artenschwund, der auch die Grundlagen menschlicher Existenz bedroht, keine Wasserknappheit usw. gäbe. weiterlesen

Kein Gewerbegebiet Garbenteich Ost!

Die Stadtverordneten haben mehrheitlich der Entwicklung einer Fläche von 25 ha Gewerbegebiet incl. einem kleinen Wohn-Gewerbe-Mischgebiet zugestimmt.

Vollkommen überdimensioniert für das Dorf Garbenteich Mängel, die in einem nicht ausreichenden Artenschutz und ungenügenden Kompensationsmaßnahmen bestehen, wurden nicht beseitigt, was nicht hinnehmbar ist und rechtliche Schritte notwendig macht. weiterlesen